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Krankheiten und Schädlinge im Obstgarten

Krankheiten und Schädlinge im Obstgarten

Nicht selten kommt es vor, dass uns kleine Lebewesen und Mikroorganismen die Freunde am Obstanbau verderben. Nachstehend zeigen wir Ihnen, welche Schädlinge bei uns in der Region aktiv sind und welche Krankenheitsbilder häufig auftreten. Erfahren Sie auch, wie Sie Ihre Obstgehölze vor diesen unliebsamen Gefährten schützen können.


Stippe

Apfel - Stippe

Bei der Apfelstippigkeit handelt es sich nicht um eine parasitäre Erscheinung, sondern um eine Nährstoffstörung.

Schadbild und Symptome Unter der Schale bilden sich 1 - 2 mm bräunliche Flecken mit abgestorbenem Gewebe. Zur Reifezeit, teilweise auch erst bei der Lagerung, dringen die Flecken bis zur Schalenoberfläche und werden somit sichtbar. Diese Flecken nennt man Stippe. Stark stippige Äpfel schmecken bitter.

Besonders anfällige Sorten sind Boskoop, Glockenapfel, Gloster, Braeburn, Topaz, Cox Orange, James Grieve, Mutsu
Krankheitsentwicklung Ein Kalzium-Mangel in der Frucht verursacht die Stippe. Kalzium ist wichtig für den Aufbau der Zellwände des Apfel. Manchmal kommt es vor, dass dieser wichtige Spurennährstoff nicht ausreichend in der Frucht vorhanden ist. Folglich kollabieren die Zellwände und dies führt zur Verbräunung einzelner Zellverbände.
Ursachen für das Fehlen des Kalziums - zu starkes Triebwachstum
- ein zu schwacher Fruchtansatz
- eine unausgewogene Düngung
- stark schwankende Feuchtigkeit im Boden
- unstimmiges Verhältnis der Nährstoffe Kalium, Magnesium und Calcium in der Frucht sowie im Baum
Maßnahmen und Vorbeugung - auf angepasste Wasserzufuhr und gute Humusversorgung achten, so das die Bodenfeuchtigkeit ausgeglichen ist
- für möglichst gleichmäßigen Fruchtansatz sorgen
- Sommerschnitt durchführen
- Spritzungen mit Calcium-Blattdüngern ab Mitte Juli bis zur Ernte

Apfelschorf

Apfelschorf

Häufig vorkommende Pilzkrankheit bei Äpfeln. Auch Birnen können davon betroffen sein.

Schadbild und Symptome Schon während der Blüte können auf den noch jungen Blättern erste braun-grünliche Flecken auftreten. Diese sind ungefähr 0,5 mm groß. Mit der Zeit vergrößern sich diese, fließen zusammen und können bei feuchtwarmen Witterungsbedingungen einen großen Teil der Blattmasse mit schorfigen Flecken zerstören.

Bilden sich die Früchte aus werden auch diese befallen. Anfangs weisen sie einzelne schorfige Flecken auf. Später bilden sich dann verkorkte Risse, die die Äpfel deformieren.
Krankheitsentwicklung Der Schorfpilz überwintert auf dem abgefallen Laub. Dort bildet er seine Pilzsporen, die dann im Frühjahr bei feuchtwarmer Witterung die ersten jungen Blätter infizieren. Auf den Blättern bilden sich weitere Sommersporen, die bei feuchtem Wetter weitere Blätter und Früchte infizieren.
Maßnahmen und Vorbeugung - abfallendes Laub im Herbst gründlich entfernen
- Kronen auslichten durch Rückschnitt im Winter
- feuchte Standorte vermeiden
Behandlung Netz-Schwefelit WG von Neudorff
= Spritzpulver zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten wie Schorf am Kernobst

birnengitterrost

Birnengitterrost

Sehr auffällige Blattkrankheit an Birnbäumen. Ursache ist eine pilzliche Krankheit, der zwei Wirte braucht. Befallen werden alle Birnensorten. Zwischenwirt ist der Zierwacholder, hauptsächlich der Sadebaum (Juniperus sabina). Seine Pilzsporen werden durch Insekten und Wind bis zu 150 m übertragen. Sehr schwer hier einen Bekämpfungserfolg zu erzielen.

Schadbild und Symptome Ab Mitte Mai entstehen auf der Oberseite der Birnbaumblätter orangerote, glänzende Flecken, die sich später dunkelrot verfärben.

Ab Juli / August bilden sich auf der gegenüberliegenden Unterseite der Flecken 3 - 4 mm großen warzenähnliche Gebilde. Diese Sommersporen infizieren wiederum den Wacholder.
Krankheitsentwicklung Der Pilz überwintert auf den Wacholdertrieben. Im Frühjahr brechen aus den Wacholdertrieben braune, blasenförmige Sporenlager heraus. Insekten als auch der Wind übertragen die Winterpilzsporen auf die umliegenden Birnbaumblätter. Die Infektion dauert ca. 14 Tage. Danach bilden sich wie oben beschrieben die ersten orangeroten Flecken.
Maßnahmen und Vorbeugung Die beste Bekämpfungsmethode ist, in einem Umkreis von 150 m eine der Wirtpflanzen zu entfernen. Wenn wir ehrlich sind, ist das ein schwieriges Unterfangen, denn welcher Nachbar verzichtet dann auf seinen Wacholder oder Birnbaum?
Behandlung Duxao Pilzfrei

Kräuselkrankheit

Pfirsich - Kräuselkrankheit

Die wohl bekannteste pilzliche Krankheit für Pfirsich- und Nektarinenbäume. Besonders anfällig sind hier die gelbfleischigen Sorten. Auch Mandelbäume sind gefährdet.

Schadbild und Symptome Kaum treiben die Blätter aus, kräuseln sie sich. Je nach Sorten verdicken sie sich im Laufe der Zeit. Die Blätter färben sich weiß-grünlich bis dunkelrot. Befallene Blätter verdunkeln sich zunehmend, sterben ab und fallen letzendlich schon im Frühsommer vom Baum.

Durch den Neuaustrieb der Blätter erholt sich der Baum zwar etwas, die Bildung von Blütenknospen für das Folgejahr und die Holzausreife sind jedoch beeinträchtigt.

Wiederholt sich ein starker Pilzbefall mehrere Jahre hintereinander, führt dies zur Triebspitzendürre und Gummiflussbildung. Nach einigen Jahren kann der Pfirsichbaum ganz absterben.
Krankheitsentwicklung Der Pilz überwintert auf den Trieben und Knospenschuppen. Im Frühjahr zerfällt der Pilz in sog. Sproßzellen. Regnet es dann, spült es diese Zellen in die jungen gerade austreibenden Blätter ein. In der jungen Wachstumsphase fördert vor allem Regenwetter stark die Infektion.

Sind die Blätter infiziert kräuseln sie sich wie vor beschrieben. Ende Mai / Anfang Juni bildet sich dann ein plüschartiger Flaum auf den deformierten Blättern. Das sind wiederum Sporen, die für die Verbreitung der Krankheit auf neue Äste und Bäume sorgen.
Maßnahmen und Vorbeugung Stärken Sie Ihre Bäume mit einer ausgewogenen Düngung. Die durch den Blattverlust entstandene Schwächung lässt sich teilweise so ausgegleichen.

Befallene Triebspitzen bis Mitte Mai entfernen, um so das Infektionspotential zu verringern. Befallene Blätter ebenfalls entfernen.
Behandlung Direkte Bekämpfung mit Austriebsspritzmittel und Stärkungsmitteln bereits im Stadium des Knospenschwellens bei Temperaturen über 10° C und Regenwetter.

Als Mittel empfehlen wir Duaxo Pilzfrei.

Quellenangabe: Mein gesunder Garten, Adalbert Griegel, Griegel Verlag

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